Rückblick vergangene VeranstaltungenAuf dem Weg, Hessen vom Holz zu überzeugen
Es bewegt sich was in Sachen Holz in Hessen: in zahlreichen Austauschterminen und verschiedenen Veranstaltungen stand das Thema Bauen mit Holz im Fokus.

Veranstaltungen 2026
Premiere unseres neuen Sprechstunden-Angebots mit einem spannenden Themenschwerpunkt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie kommunale Bauvorhaben im Holzbau so geplant, ausgeschrieben und vergeben werden können, dass Nachhaltigkeitsziele erreicht werden und gleichzeitig praxisnahe, wettbewerbliche und qualitätssichernde Verfahren entstehen. Und zusätzlich ein besonderer Fokus auf die frühe Einbindung von Holzbaukompetenz sowie die Beteiligung regionaler Unternehmen gelegt werden kann.
Deutlich wurde, dass Kommunen über frühe Systementscheidungen, passende Vergabeverfahren, realistische Fristen und ausgewogene Zuschlagskriterien sowohl Klimaschutz- als auch Qualitätsziele besser erreichen und zugleich die regionale Wertschöpfung im Holzbau wirksam unterstützen können.
Hier finden Sie die Präsentationen der beiden Impulsgeber Björn Osmann (Dietrich Untertrifaller Architekten GmbH) Vortrag Björn Osmann (PDF, 5,9 MB) und Christopher Rinn (RINN XI. GmbH) Vortrag Christopher Rinn (PDF, 2,3 MB) . Wir bedanken uns herzlich bei beiden und bei allen teilnehmenden Kommunen.
Im Rahmen der Holzbauoffensive Hessen fand der diesjährige Girls’Day im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main statt. Ziel der Veranstaltung war es, junge Frauen frühzeitig für das Zimmererhandwerk zu begeistern und so einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Holzbau zu leisten.
Begleitet von ausgebildeten Zimmerinnen und Auszubildenden bauten die Teilnehmerinnen gemeinsam ein Fachwerkhaus aus vorbereiteten Holzelementen. Darüber hinaus erhielten sie Einblicke in die Ausbildung und den Berufsalltag einer Zimmerin, konnten Fragen stellen und verschiedene Arbeiten mit Holz selbst ausprobieren. Ein besonderer Höhepunkt war der traditionelle Richtspruch zur Fertigstellung des Bauwerks.
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren durchweg positiv. Viele waren überrascht von der Vielseitigkeit des Berufs und konnten sich vorstellen, später selbst eine Ausbildung zur Zimmerin zu beginnen. Damit leistet der Girls’Day einen wichtigen Beitrag, junge Menschen für Berufe im Holzbau zu gewinnen und das Handwerk erlebbar zu machen.

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) lud gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) zum dritten Netzwerktreffen der Holzbauoffensive Hessen ein.
Die Holzbauoffensive ist Teil des Klimaplans Hessen – ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Sie wird unter der Federführung des HMLU gemeinsam mit pro holzbau hessen und der LEA LandesEnergieAgentur Hessen umgesetzt und geht dieses Jahr in die dritte Runde.
Das HMLU empfing das Netzwerk der Holzbauoffensive am 16. April 2026 in Wiesbaden, um sich über die Fortschritte, aber auch die Herausforderungen des hessischen Holzbaus auszutauschen.
Alexander Stute, komm. Leiter der Abteilung VI Forsten, Jagd und Naturschutz (HMLU), begrüßte mit den Worten „Die Holzbauoffensive vereint drei Pfeiler: Klimaschutz, nachhaltige Forstwirtschaft und Regionalität. Ich bin froh, dass hier ein Kreis ist, der Überzeugungsarbeit leistet, dass Holzbau aktiver Klimaschutz ist. Der Umbau zum klimaresilienten Wald legt den Grundstein dafür, dass der nachwachsende Baustoff auch noch in Zukunft zur Verfügung steht. Regionalität ist uns dabei als Landwirtschafts- und Umweltministerium ein besonderes Anliegen, damit Wertschöpfung in Hessen bleibt. Die Wohnungswirtschaft ist als Auftraggeber von Bauvorhaben gefragt, Holzbauten als Teil der Lösung zu erkennen. Weiterhin spielen Bildung und Lehre eine wichtige Rolle, um den Holzbau voranzutreiben. Wir brauchen Menschen, die verinnerlichen, dass Holz ein toller Baustoff ist und diesen qualifiziert einsetzen können – von der Planung bis in die Umsetzung.“
AKH-Vizepräsident, Holger Zimmer, betonte in seinen Grußworten die Bedeutung der Netzwerkarbeit der Offensive. Ihr Mehrwert liege nicht nur im Aufzeigen von Projekten oder der Erstellung von Studien, sondern vor allem im gemeinsamen Dialog: „Die Zukunft des Bauens entsteht nicht in einzelnen Disziplinen, sondern an ihren Schnittstellen.“
Um das Ziel der Offensive zu erreichen – die Holzbauquoten im Wohnungs- und Nicht-Wohnungsbau zu steigern – liegen die Aufgaben der Akteur*innen der Wertschöpfungskette Holz vor allem darin, Vertrauen aufzubauen und Vorbehalte abzubauen, um so die Akzeptanz für den Holzbau zu steigern. Hierzu sind weiterhin die drei Handlungsfelder Holzbaukompetenz sichern, Rahmenbedingungen gestalten und Regionale Wertschöpfung steigern von zentraler Bedeutung. Oliver Steinebach von werk.um achitekten aus Darmstadt hielt einen Impulsvortrag zur Studie „Elementiertes Bauen mit Holz im Wohnungsbau“ mit der Botschaft „Vielfalt in Serie ist möglich“ und TU München Wissenschaftlerin, Dr. Sandra Schuster, trug über „Vergabemodelle im Holzbau“ vor. Sie legte die Besonderheiten des Bauweise dar; „Holzbau ist nachhaltig, digital, leise und schnell - er ist aber auch nur schnell, wenn wir die Planung von Beginn an richtig angehen“.
Die Handlungsfelder wurden nach den zwei Impulsen in der Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Akteursgruppen vertieft besprochen. Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der AKH, Gertrudis Peters, führte durch die Veranstaltung und diskutierte mit den Expertinnen und Experten des Podiums:
- Volker Diefenbach, Bürgermeister der Gemeinde Heidenrod
- Steve Tustain, Vertriebsleiter MDL module, Bischofsheim
- Dr. Sandra Schuster, Technische Universität München
- Christian Roth, werk.um architekten baugewerbliche PartG mbB, Darmstadt
- Prof. Helmut Zeitter, Frankfurt University of Applied Sciences, Vorstand bei pro holzbau hessen e.V., Kassel

Am 24. Februar 2026 fand das Online-Fachforum „Mehr als ein Baustoff - Holz als Schlüssel im kommunalen Klimaschutz“ der Klima-Kommunen statt. Ziel der Veranstaltung war es, Kommunen umfassend über die Grundprinzipien des Nachhaltigen Bauens, die besonderen Potentiale der Holzbauweise, sowie kommunale Handlungsansätze bei der Umsetzung von Holzbauprojekten zu informieren. Einen Bericht sowie alle Präsentationen des Fachforums finden Sie auf der Rückblick-Seite der Klima-Kommunen.
Veranstaltungen 2025
Am 18. November 2025 veranstaltete Pro Holzbau Hessen als Partner der Holzbauoffensive Hessen einen weiteren Expertenworkshop im Bürgerhaus Burg in Herborn. Die Veranstaltung knüpfte an den ersten Workshop des Vorjahres an, in dem zentrale Hemmnisse im hessischen Holzbau identifiziert worden waren.
Im Fokus des diesjährigen Treffens standen die besonderen Herausforderungen kleiner und mittlerer Holzbauunternehmen. Der Workshop brachte Fachleute aus der gesamten Holzbaubranche zusammen, um in vier thematischen Arbeitsrunden zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, wie Betriebe organisatorisch, technisch und personell gestärkt werden können, welche Formen des Wissens- und Erfahrungsaustauschs sinnvoll sind, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit – etwa bei Typengenehmigungen – gelingt und welche Maßnahmen die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen verbessern können.
Deutlich wurde: Eine stärkere Vernetzung, gezielte digitale Unterstützung, der Ausbau von Fachkräftekompetenzen sowie kleinteiligere Ausschreibungen sind entscheidende Faktoren, um die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Holzbauunternehmen zu erhöhen.
Mit der Holzbauoffensive soll die Holzbauquote in Hessen gesteigert werden. Der Austausch in Herborn war ein weiterer Schritt, Hemmnisse gezielt abzubauen und den Holzbau zukunftsfähig zu gestalten.

Holzbauoffensive Hessen zeigt, wie nachhaltige Waldnutzung und klimafreundliches Bauen zusammenwirken: Zweites Netzwerktreffen führte Expertinnen und Partner im Hessischen Landwirtschaftsministerium zusammen.
Das Bauwesen in Hessen setzt vermehrt auf den nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff Holz. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes Hessen wurden 2024 bereits 27,2 Prozent aller fertiggestellten Wohn- und Nichtwohngebäude überwiegend in Holzbauweise errichtet – ein neuer Höchstwert. Um die Holzbauquote in Hessen weiter kontinuierlich voranzutreiben, fördert des Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat landesweit nachhaltiges Bauen im Rahmen der 2024 geschaffenen Plattform Holzbauoffensive Hessen. Experten und Partner der Offensive haben sich am Dienstag im Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden zu einer Netzwerkveranstaltung zusammengefunden, darunter auch Staatssekretär Daniel Köfer. „Wir wollen mit der Holzbauoffensive erreichen, dass die Verwendung von Holz als klimafreundlicher Roh-, Werk- und Baustoff im Bauwesen, insbesondere im Wohnungsbau in Hessen, gesteigert wird“, sagte Köfer bei der Zusammenkunft.
Holz aus nachhaltiger, heimischer Forstwirtschaft speichert langfristig Kohlenstoff, der während des Baumwachstums gebunden wurde. Gleichzeitig ersetzt Holz im Bau CO2-intensivere Materialien wie Stahl oder Beton und vermeidet dadurch zusätzliche Emissionen. Der vermehrte Einsatz von Holz trägt somit unmittelbar zum Erreichen der hessischen Klimaziele bei.
Die Holzbauquote hat sich in Hessen in den vergangenen Jahren stetig erhöht – von 22,0 Prozent im Jahr 2020 auf nunmehr 27,2 Prozent im Jahr 2024. „Der Anstieg zeigt, dass sich Holz als ökologischer Baustoff immer stärker etabliert. Die nachhaltige Nutzung und Verwendung von Holz für langlebige Produkte und für das Bauen ergänzt den Kohlenstoffspeicher des Waldes“, sagte Staatssekretär Daniel Köfer. „Wer mit Holz baut, baut mit Verantwortung – für kommende Generationen, für unsere Wälder und für das Klima. Unsere Wälder sind nicht nur Lebensraum und Wasserspeicher. Wenn wir Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten heimischen Wäldern nutzen, verlängern wir seine Klimaschutzwirkung weit über den Waldrand hinaus.“
Hintergrund:
Mit der Holzbauoffensive Hessen hat das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat im vergangenen Jahr gemeinsam mit Partnern aus Planung, Bauwesen, Verwaltung und Forstwirtschaft eine Plattform geschaffen, um die Potenziale des Holzbaus stärker zu erschließen. Ziel ist es, den Einsatz von Holz im Bau weiter zu fördern, Hürden abzubauen und aufzuzeigen, wie nachhaltige Waldnutzung und klimafreundliches Bauen zusammenwirken können.
Die Holzbauquote beschreibt den Anteil der überwiegend in Holzbauweise errichteten Gebäude an allen fertiggestellten Wohn- und Nichtwohngebäuden in Hessen. Sie wird jährlich vom Statistischen Landesamt Hessen erfasst.
Jahr Holzbauquote
2020: 22,0 Prozent
2021: 22,8 Prozent
2022: 25,3 Prozent
2023: 25,6 Prozent
2024: 27,2 Prozent

Veranstaltungen 2024
Charmeoffensive für den Holzbau: Kickoff für eine Initiative, die sich auf den Weg gemacht hat, Hessen vom Holz zu überzeugen.
Mit viel Engagement der Partner und Rückenwind aus der Politik startete die Holzbauoffensive Hessen 2024 mit Kongressen, Workshops, Trainings, Vorträgen und Seminaren durch - ein Blick zurück.
Unter dem Motto „HOLZBAUOFFENSIVE GEMEINSAM STARTEN“ fand am 26. April 2024 im Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg, einem modernen Gebäude in Holzbauweise, der offizielle Auftakt statt. Auf Einladung des Landwirtschaftsministeriums und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) diskutierten Persönlichkeiten aus Politik, Landesverwaltung, Kommunalverwaltung, Wohnungsbau, Forstwirtschaft, Waldbesitz, Holzwirtschaft, Handwerk, Zimmerei, Architektur, Ingenieurwesen, Forschung und Lehre, wie die Verwendung von Holz im Bauwesen in Hessen gesteigert werden kann.

Im Mittelpunkt des Fachkongresses am 25. September 2024 stand das öffentliche Bauen mit Holz. Expertinnen und Experten verschafften einen Einblick in die Planungspraxis, zeigten wie Holz auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau seine Vorteile ausspielt oder referierten über den Schallschutz von Holzdecken.

Mit über 100 Einreichungen feierte der Holzbaupreis beim Fachkongress Holzbau ein viel beachtetes Comeback. Zuletzt 2015 ausgelobt, wurde der Preis erstmals als Teil der Holzbauoffensive Hessen verliehen. Die Auswahl der Preisträger in vier Kategorien fiel nicht leicht. Am Ende schafften es 13 Projekte in die engere Wahl. Staatssekretär Daniel Köfer vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat vergab drei Auszeichnungen und drei Sonderpreise. Die Jury betonte, „dass die ausgewählten Projekte die Strahlkraft haben, zukünftige Bauherren von Holz als Baustoff unserer Zeit zu überzeugen“.
