Förderung WohnungsbauStaatliche Förderung für nachhaltiges Bauen

Neue und energieeffiziente Wohnungen werden dringend benötigt. Deswegen fördert der Staat diese großzügig – mit einem Extra-Zuschuss für besonders nachhaltige Neubauten und Sanierungen.

Der Bund und das Land Hessen fördern den Neubau von Wohnungen und die energetische Sanierung von Wohnungen in Holzbauweise nicht auf den ersten Blick. Das Schlagwort heißt "Nachhaltigkeit" – hier spielt Holz seine Stärken aus. Wer zukunftsorientiert und ökologisch baut oder saniert, wird vom Staat belohnt.

So klappt es mit der Förderung

  • Energie-Effizienz-Expertin / Experten engagieren
  • Konzept für das Projekt erstellen
  • Förderantrag stellen

Wenn Bund oder Land fördern, wollen sie sichergehen, dass die Förderung sinnvoll ist und die Anforderungen eingehalten werden. Deswegen schreiben die Förderprogramme vor, dass Antragstellerinnen und -steller eine Energie-Effizienz-Expertin oder einen Energie-Effizienz-Experten engagieren (Energie-Effizienz-Expertenliste). Diese erstellen dann ein Konzept und reichen anschließend den Förderantrag ein.

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Hier bieten sich zwei KfW-Programme und ein BAFA-Programm zur Förderung von Holzbauprojekten an:

KOMPLETTSANIERUNG

Programm 261: Das Programm richtet sich an Bauherren sowie Vermieterinnen und Vermieter, die energieeffiziente Sanierungen umsetzen oder frisch sanierte Effizienzhäuser kaufen möchten. Dabei werden hohe energetische Standards unterstützt, beispielsweise Effizienzhäuser mit niedrigem Energieverbrauch. Diese Effizienz­haus-Stufen werden durch Nachhaltigkeitsklassen (NH-Klassen) ergänzt, für die es eine höhere Förderung gibt.

Sie erhalten zudem einen Bonus, wenn die Immobilie im Rahmen der Seriellen Sanierung stattfindet – diese erfolgt in der Regel mit vorgefertigten Holzbau-Elementen – und eine der beiden höchsten Effizienzhaus-Stufen erreicht. Durch Kombination von "Nachhaltigkeitsklasse" und "Serielle Sanierung-Bonus" kann ein 20 Prozentpunkte höherer Tilgungszuschuss erzielt werden.

Beispiel: Erreicht ein Bauherr mindestens die Effizienzhaus-Klasse 85, kann er einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 150.000 Euro erhalten. Darüber hinaus sind bei höheren Effizienzhaus-Klassen in Kombination mit der Nachhaltigkeitsklasse, den beiden Boni „Worst Performing Buildings“ oder „Serielle Sanierung", attraktive Tilgungszuschüsse von bis zu 40 % möglich.

KLIMAFREUNDLICHER NEUBAU

Programm 298: Dieses Programm bietet einen Förderkredit für den Neubau oder den Erstkauf von Miet- und Eigentumswohnungen, wenn diese unter anderem im Lebenszyklus so wenig CO2 ausstoßen, dass die Anforderung an Treibhausgasemissionen des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude Plus“ (QNG PLUS) erfüllt werden. Außerdem muss die Effizienzhaus-Klasse 40 erreicht werden. Eine zweite Variante des Programms ist möglich, wenn Anforderungen des QNG-PLUS oder des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude Premium“ (QNG-PREMIUM) erfüllt werden - bestätigt durch ein Nachhaltigkeitszertifikat.

Praxistipp
: Auf der Seite der KfW gibt es einen Vorab-Check, der eine erste Abschätzung liefert, ob für ein Vorhaben ein Kredit möglich ist.

Nachhaltigkeitszertifikate QNG-PLUS und QNG-PREMIUM

Die Nachhaltigkeitszertifikate QNG-PLUS und QNG-PREMIUM sind Standards des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG), das besonders hohe ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen an den Bau und Betrieb von Gebäuden stellt.

QNG-PLUS kennzeichnet Gebäude, die Grundanforderungen in Bereichen wie Energieeffizienz, Klimaschutz und Ressourcenschonung erfüllen. Es umfasst unter anderem Vorgaben zu Materialwahl und Energieverbrauch und unterstützt so die Umsetzung nachhaltiger Gebäudestandards.

QNG-PREMIUM ist die höhere Stufe und fordert zusätzlich, dass Gebäude noch strengere Nachhaltigkeitsziele erreichen. Neben Energieeffizienz und nachhaltigen Materialien stehen auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte im Vordergrund. Premium-Gebäude sind besonders ressourcenschonend und schaffen für Bewohnerinnen und Bewohner ein gesundes Raumklima.

Bei der Zertifizierung spielt der Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Der gebäudebezogene Anteil berücksichtigt die Herstellung, den Ersatz sowie die Abfallbehandlung und Entsorgung – hier spielt Holz als Baustoff seine Vorteile aus. 

EINZELMAßNAHMEN AN DER GEBÄUDEHÜLLE

BAFA-Programm: Darüber hinaus gibt es alternativ - im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude für die energetische Modernisierung - eine Förderung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, wie z. B. die Dämmung der Fassade über vorgefertigte Holzbauelemente. Hier ist ein Zuschuss in Höhe von 15 % der förderfähigen Ausgaben möglich. 

Die förderfähigen Ausgaben pro Kalenderjahr sind abhängig von der Zahl der Wohneinheiten des Gebäudes begrenzt. Bei einem Einfamilienhaus liegt die Obergrenze beispielsweise bei 30.000 Euro pro Kalenderjahr. Liegt für das Gebäude ein gültiger individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vor, erhöht sich beim Einfamilienhaus für die förderfähigen Ausgaben zwischen 30.000 Euro und maximal 60.000 einen Zuschuss in Höhe von 20 %.

Die Förderung ist hier unabhängig davon, ob durch die geförderte Maßnahme eine bestimmte KfW-Effizienzhausstufe erreicht wird.

Inspirationen

  • Sozialer Wohnungsbau in Holzbauweise: Das Mehrfamilienhaus mit sechs Einheiten im sozialen Wohnungsbau wurde in Holzbauweise in nur acht Monaten mit KfW-Effizienzhausstandard 40 erbaut. Vorgefertigte Holzelemente machten diese schnelle Bauzeit möglich.
  • Über 100 Wohnungen in Holz-Hybrid-Bauweise: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Bauherrin schafft 106 neue Wohnungen in Holz-Hybrid-Modulbauweise. Die Gebäudemodule wurden im Werk vorproduziert und auf der Baustelle in Langen fertig zusammengesetzt.